Kohlenhydrate machen „dick“

Grundsätzlich scheinen viele Diät- Empfehlungen – die man  beispielsweise aus dem Internet beziehen kann – vernünftig, dennoch zeigt die Erfahrung, dass eine Empfehlung wie „weniger essen“ in der Praxis wenig hilfreich oder sogar kontraproduktiv ist.

Crash-Diäten

Extrem kalorienreduzierte Diäten (unter 500 Kalorien pro Tag) führen zu kompensatorischem Verhalten des Körpers. Die Gegenregulation kennzeichnet sich durch eine Verlangsamung des Stoffwechsels. Der Körper schaltet auf „Sparflamme“, senkt den Grundumsatz und es kommt zu einer Steigerung der Hungerhormone Leptin und Ghrelin. Was bedeutet das für dich in der Praxis? Hungern hilft nicht und führt in weiterer Folge zu dem sogenannten „Jojo-Effekt“.

Ebenso zeigen die neuesten wissenschaftlichen Studien, dass eine größere Menge an Zucker und Kohlenhydraten eher zu einer Zunahme des Körperfettanteils führt. Süßigkeiten, Soft-Drinks oder klassische Sättigungsbeilagen wir Nudeln, Reis, Brot oder Kartoffeln belasten den Körper enorm und machen auf Dauer dick.

Das Geheimnis der Fettverbrennung

Kohlenhydrate werden grundsätzlich für 1-2 Tage im Körper gespeichert und liefern schnell produzierbare Energie. Solange also Kohlenhydrate dem Körper zur Verfügung gestellt werden und die Kohlenhydratspeicher gefüllt sind werden zunächst diese verwertet. Die Fettdepots werden in dieser Zeit vom Körper nicht herangezogen. Werden keine oder wenige Kohlenhydrate zugeführt, leeren sich die Kohlenhydratspeicher nach zirka zwei Tagen und der Körper muss nun auf die Fettdepots zurückgreifen. Dies geschieht auch, wenn weiterhin Proteine und Fette konsumiert werden.

Low-carb Diät

Die erste Variante einer Kohlenhydrat-reduzierten Ernährungsform (Low-Carb Diät) wurde 1972 erfolgreich von Dr. med. Robert C. Atkins vorgestellt und ist auch als „Atkins“-Diät bekannt. Inzwischen ist die Basis dieser Diät wissenschaftlich gut fundiert, Einzelheiten sind jedoch verbessert worden. Das Verständnis von Fettverbrennung hat sich verändert und zielt heute darauf, die Insulinausschüttung gezielt zu kontrollieren. So ist beispielsweise ein genereller Verzicht auf Obst („nature’s candy“) nicht nötig.

Die hormonelle Reaktion des Körpers auf Kohlenhydrate besteht prinzipiell in einer Insulinfreisetzung. Insulin hemmt den Fettabbau und bereitet den Körper auf die Verwertung von Kohlenhydraten vor. Neue Studien haben gezeigt, dass unter Berücksichtigung des glykämischen Index (Der „Glyx“ ist ein Maß dafür, wie schnell und wie stark ein Nahrungsmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt) bzw. der glykämischen Last (Weiterentwicklung des Glykämischen Index, die sich unter Berücksichtigung der Kohlenhydratmenge ergibt) Obstsorten wie Beeren eine deutlich geringerer Insulinausschüttung als beispielsweise Weintrauben, Ananas oder Bananen zur Folge haben.

Jetzt wirst du dich natürlich fragen, mit welchen „Powerfoods“ du deine Fettverbrennung maximal ankurbelst? Hochwertige Proteinquellen wie Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte sowie Gemüse und Eier sind wesentliche Bestandteile einer Low-Carb Ernährung. Hast du beispielsweise gewusst, dass man aus Zucchini, Nudeln oder aus Karfiol Reis herstellen kann? Es gibt auch schon sehr leckeres Eiweißbrot mit 2/3 weniger Kohlenhydraten als herkömmliches Brot.

Low carb ist kein starres System sondern sehr genussvoll wenn man die komplette Variation und die gesunden Alternativen ausnützt, die diese Ernährungsform bietet.

Christopher Frank

Christopher Frank ist Ex-Fußballprofi und seit vielen Jahren Personal Trainer. Christopher ist vielen von euch sicher auch bekannt aus der ATV TV-Serie „Der Speck muss weg“ und durch seine Bücher zum Thema Low Carb und gesunde Ernährung.

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