Konzentration & Cooling

Eine Reihe von Studien ging bislang der Frage nach, inwiefern hohe Außentemperaturen die physische Leistungsfähigkeit beeinflussen. Eine mindestens genauso große Anzahl an Studien beschäftigte sich mit den Auswirkungen von Hitze und dem daraus resultierenden Stress auf die kognitive Leistungsfähigkeit.

Aber weshalb ist es wichtig, die Auswirkungen von hohen Umgebungstemperaturen auf die kognitive Leistungsfähigkeit zu verstehen? Zum Teil natürlich aus ganz simplen Gründen wie dem Arbeitsschutz. Untersuchungen zeigten, dass in Fabriken die wenigsten Unfälle passierten, wenn die Arbeiter einer Umgebungstemperatur von 17 – 23°C ausgesetzt waren.

Die bisherige Studienlage zu diesem Thema ist aufgrund der vielen Einflussfaktoren schwer vergleichbar. Es scheinen sich dennoch zwei Grundinformationen herauskristallisiert zu haben, an denen es zu arbeiten gilt.

  1. Hitzebedingter Stress beeinflusst die Leistungsfähigkeit in unterschiedlichen Ausmaßen in Abhängigkeit der Komplexität der kognitiven Leistung. Um dies jedoch genau messen, entsprechend interpretieren und daraus Schlüsse ziehen zu können, müssen gewisse Standards gesetzt werden.
  2. Weiters muss die Relation zwischen hitzebedingtem Stress und der Körperkerntemperatur erarbeitet werden. Hierzu wurden Zustände hinsichtlich der Körperkerntemperatur definiert.
    1. Dynamischer Zustand: die Umgebungstemperatur verursacht einen stetigen Anstieg der Körperkerntemperatur. Die akkumulierte Wärme führt letztlich zu einer verminderten Leistungsfähigkeit.
    2. Ein Zustand, bei dem der konstante Anstieg der Körperkerntemperatur sich schließlich bei einem steady state zwischen Wärme und Kühlung durch Schwitzen einpendelt.
    3. Ein Zustand, bei dem die Umgebungstemperatur nicht ausreicht um die Körperkerntemperatur zu verändern. Hier weisen Studien darauf hin, dass eine Temperatur bis 29°C die Körperkerntemperatur nicht beeinträchtigt.
Konzentration und Cooling
Julia Mayer beim Laufen

Eine weitere – fast schon logische – Grunderkenntnis ist, dass einfache kognitive Leistungen durch Hitze weniger beeinflusst werden als komplexe. Klingt logisch, ist es auch! Zusätzlich ist natürlich die Zeitdauer ein Faktor.

Einen guten Anhaltspunkt lieferte eine Studie von Ramsey und Morrissey. Die beiden Wissenschaftler definierten 5 Kategorien kognitiver Leistungen und legten Sie in ein Zeitraster. U.a. Aufmerksamkeit, Reaktionszeiten, geistige Leistungen wie addieren und subtrahieren,..

Sinn und Zweck war es, die kognitive Leistungsfähigkeit bei verschiedenen Außentemperaturen und über eine gewisse Zeit abzuschätzen. Und es zeigte sich tatsächlich – wie in der Theorie bereits vermutet – dass bei einer Umgebungstemperatur von ca. 20°C alle Kategorien wesentlich besser und vor allem auch wesentlich länger gut abschnitten im Vergleich zum Temperaturbereich 30 – 43°C. Was nicht erfasst wurden sind Temperaturen unter 20°C.

Abschließend bleibt hier nur wohl noch zu sagen, dass das alte Sprichwort „Einen kühlen Kopf bewahren“ durchaus seine Berechtigung hat, wenn es darum geht in hitzigen Situationen die Ruhe zu bewahren und gute Entscheidungen zu treffen. Im Weiteren sollte jedem in Erinnerung bleiben, dass bei einem Sommer wie heuer (2018) die Leistungsfähigkeit im Büro oder generell bei der Arbeit geringer ist.

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