Macht Laufen dick?

Oftmals besteht die Annahme, dass „Cardio “ zu einem ästhetischen, schlanken und definierten Körper führt. Ist das wirklich der Fall?

Wie kann es sein, dass sich Frauen wie auch Männer jeden Tag am Laufband abschuften und deren Ästhetik sich in Relation zu ihrer kontinuierlich verbesserten Laufzeit negativ verändert?

– Das Absinken des Schilddrüsenhormons T3

Der menschliche Körper besitzt ein raffiniertes System, das auf Überleben ausgerichtet ist. Fakt ist, dass der Körper bei exzessivem „Cardiotraining“ einen enormen Energieverbrauch registriert, den er in Folge durch Adaptionserscheinungen kompensiert (Hemmung der Produktion des Schilddrüsenhormones T3). Durch diesen intelligenten Mechanismus – sprich das Verlangsamen des Stoffwechsels – versucht der Körper Energie zu konservieren, um dem Energieverbrauch gerecht zu werden.

– Reduktion wertvoller Muskelmasse

Durch eine signifikante Steigerung des Cortisolspiegels kommt es zur Reduktion von wertvoller Muskelmasse (lean body mass), welche jedoch essentiell für die Fettverbrennung ist.

– Kohlenhydrate

Irrtümlicherweise vermuten Frauen und Männer, dass sie durch exzessives Ausdauertraining essen können was und wie viel sie wollen. In Fitnessmagazinen liest man auch immer wieder, dass Ausdauersportler angeblich gewaltige Mengen an Kohlenhydrate benötigen. Stimmt diese Aussage? Für den Amateursportler sicher nicht. Warum ist das so? Das Zusammenspiel von Insulin (das durch den Verzehr von Kohlenhydraten ausgeschüttet wird) und Cortisol ist verheerend und hat eine Gewichtszunahme zur Folge – die perfekte Bikinifigur gerät in weite Ferne.

Julia Mayer mit emcools Wearables
Julia Mayer - Regeneration nach dem Training

Effekte des Cardiotrainings

Grundsätzlich hat Ausdauertraining sehr viele positive Komponenten für unsere Gesundheit. Es stärkt das Herz-Kreislaufsystem und Immunsystem. Man profitiert auch mental enorm von der positiven Hormonausschüttung. Dein Körper wird leistungsfähiger, belastbarer und fitter.

Drei Geheimnisse zum Thema „Fatburning“

  1. Krafttraining „strafft“ unseren Körper
    Das vorhandene Körperfett wird durch lean body mass ersetzt, das Resultat ist ein besseres Verhältnis von Muskel zu Fett und damit ein ästhetischer, schlanker und definierter Körper.
  2. High Intensity Training
    In einigen Untersuchungen wurde herausgefunden, dass High Intensity Training dem moderaten Ausdauertraining in Bezug auf die Fettverbrennung deutlich überlegen ist. In einer Studie wurde ein 20-wöchiges Ausdauertraining mit einem 15-wöchigen HIT Programm verglichen. Obwohl die HIT-Gruppe fast 40% weniger Energieumsatz verzeichnete, wurde signifikant mehr Körperfett abgebaut.
  3. “Fatburning“ = 80% Ernährung
    Zahlreiche neue wissenschaftliche Studien belegen, dass Ausdauertraining, nicht kombiniert mit einem Ernährungsprogramm zu Übergewicht führt. Speziell wenn es um das Thema Fettverbrennung geht macht die Ernährung 80% des Erfolges aus. Dabei ist die Reduktion des industriellen Zuckers essentiell. Auch längere Fastenperioden – sprich Intervallfasten – mit dem 18/6 Prinzip wirken sich positiv auf die Fettverbrennung und dir Regenerationsprozesse im Körper aus. Durch das Weglassen des Frühstücks kommt es zu keinem Insulinpeak und das Fettverbrennungsfenster von der letzten Mahlzeit am Vortag  (19:00) zur ersten am Folgetag (13:00) erweitert sich auf bis zu 18 Stunden. Das Intervallfasten ist ein sehr flexibles System und lässt sich auf diverse Zielsetzungen anwenden. Die Umstellung erfordert in der Anfangsphase Disziplin, jedoch passt sich dein Körper schnell an und stellt sich auf die neuen Gegebenheiten ein.

Die Conclusio

Das Herz-Kreislaufsystem ist die Grundlage für einen leistungsfähigen Körper und daher ist kontinuierlich ausgeführtes Ausdauertraining essentiell für unsere Gesundheit. Für unser Gewichtsmanagement darf der Faktor „Ernährung“ nicht ausgeblendet werden. Die Gleichung „Wenn ich trainiere, kann ich essen was ich will“ geht leider nie auf.

Die Kombination aus Zuckerreduktion, Krafttraining und Ausdauertraining im intensiven und moderaten Bereich ist für Amateursportler am Besten.

Christopher Frank

Christopher Frank ist Ex-Fußballprofi und seit vielen Jahren Personal Trainer. Christopher ist vielen von euch sicher auch bekannt aus den ATV TV-Serien „Der Speck muss weg“ sowie "Teenager werden Mütter" und durch seine Bücher zum Thema Low Carb und gesunde Ernährung.

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