Glossar

Cerebral Performance Category (CPC) Skala

Die CPC Skala (Skala zur Messung der zerebralen Leistung) ist in der Forschung und Qualitätskontrolle zur Evaluierung des neurologischen Outcomes nach einem Herzstillstand weit verbreitet. Die Evaluierung erfolgt 3-6 Monate nach Entlassung aus dem Krankenhaus.

CPC Kategorien Definitionen
1 Gute zerebrale Leistungsfähigkeit Wach, aufmerksam, arbeitsfähig, mit leichten neurologischen und psychologischen Defiziten
2 Mittelschwere zerebrale Behinderung Wach, selbstständige Verrichtung der täglichen Aktivitäten möglich, arbeitsfähig in geschützter Umgebung
3 Schwere zerebrale Behinderung Wach mit schwerer Behinderung, erstreckt sich von ambulanter Pflegemöglichkeit bis hin zu schwerer Demenz oder Lähmungen
4 Koma oder vegetativer Zustand Komatöser oder bleibender vegetativer Zustand
5 Hirntod Hirntod oder Tod infolge anderer Ursachen

„Guter Outcome” = CPC 1-2 „Schechter Outcome” = CPC 3-5

Fieber

Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Symptom für einen krankhaften oder schwächebedingten Prozess im Körper.

Die normale Körpertemperatur liegt im Bereich zwischen 36,5–37,5°C. In der klinischen Praxis bezeichnet Fieber einen vorübergehenden Anstieg der Körpertemperatur auf ≥38,3°C. Erhöhte Körpertemperatur bis 38,2°C wird als subfebril, eine Körpertemperatur >40°C als Hyperpyrexie bezeichnet.

Auslöser ist eine Erhöhung des Sollwerts im Temperaturregelungszentrum des Gehirns durch einen fiebererregenden (pyrogenen) Stimulus. Dieser kann infektiösen oder nicht-infektiösen Ursprungs sein.

Fieber, Refraktär

Refraktäres (nicht behandelbares) Fieber ist u.a. definiert als ausbleibende Fiebersenkung 1-2 Stunden nach Verabreichung fiebersenkender Medikamente (650 mg Paracetamol). Keine allgemein gültige Definition verfügbar.

Fieber, Zentral

Entsteht durch komplexe Störungen im oder Zerstörung des Wärmeregulationszentrums im Hypothalamus. Deswegen wirken antipyretische Medikamente nicht. Das Auftreten ist am wahrscheinlichsten bei neurologischen Intensivpatienten mit Tumoren oder mit subarachnoidalen / intrazerebralen Blutungen und Fieber innerhalb der ersten 72 Stunden.

Glasgow-Koma-Skala (GKS)

Die Glasgow-Koma-Skala ist eine einfache neurologische Skala zur Abschätzung einer Bewusstseinsstörung. Die Bewusstseinslage wird anhand der verbalen, motorischen und Augenreflex-Reaktionen auf äußere Reize bestimmt. Die GKS ist das am häufigsten verwendete Bewertungssystem zur Klassifizierung des Schweregrades von Schädel-Hirn-Traumata (SHT).

Hämatom

Ein Hämatom ist eine Ansammlung von Blut außerhalb der Blutgefäße und wird zumeist durch einen Aufprall oder Stoß verursacht. Ein Hämatom innerhalb des Schädels erhöht den Hirndruck und führt potentiell zur Beeinträchtigung von Gehirnfunktionen.

Hämorrhagie

Hämorrhagie bezeichnet eine aktive Blutung (d.h. bevor die Blutgerinnung einsetzt).

Intrazerebrale Blutungen (IZB)

Entstehen durch verletzte Arterien innerhalb des Gehirns.

Subarachnoidale Blutungen (SAB), Epidurale (EDH) / Subdurale (SDH) Hämatome

Verletzte Arterien zwischen/unter den Gehirnmembranen, die zu Blutungen an der Oberfläche des Gehirns führen.

Herz-Kreislauf-Stillstand

Ein plötzlicher Ausfall der Pumpfunktion des Herzens führt zum Erliegen des Herz-Lungen-Kreislaufes und unbehandelt zum Tod.

Hirndruck / Intrakranielle Hypertension

Eine Erhöhung des Hirndruckes wird am häufigsten durch Ödeme oder Hämatome verursacht. Ein klassisches Anzeichen ist die sogenannte Cushing Triade: Ein verlangsamter Herzschlag bei hohem Blutdruck sowie Symptome einer Atemdepression (wie Erbrechen, Krampfanfälle, mentale Verwirrtheit, Lähmungen, Ohnmacht, Koma oder Herz-Kreislauf-Stillstand).

Hirndruck-Grenzwerte Hirndruck [mmHg]
Normaler Hirndruck 3-15
Leichte Erhöhung 16-20
Mittelstarke Erhöhung

( Therapiestart)

21-40
Kritische Erhöhung >40

Hitzebedingte Erkrankungen

Umfassen ein Spektrum hyperthermer Zustände, die durch Überhitzung des Körpers entstehen:

Hitzekrampf

Flüssigkeits– und Elektrolytmangel führen zu vorübergehenden Muskelkrämpfen.

Hitzebedingte Erschöpfung / Hitzekollaps

Verursacht durch die Erschöpfung der Wasser– und Salzvorräte, resultierend in vorübergehender Ohnmacht (ev. hypovolämischem Schock) und Körpertemperaturen bis 39,9°C.

Hitzekrampf und Hitzekollaps sind durch Erholung, Rehydrierung und Elektrolytsubstitution gut behandelbar.

Hitzeschlag

Folge einer Überanstrengung bei heißem Wetter (Belastungs-Hitzschlag) oder Reaktion auf klimatische Extreme (klassischer Hitzschlag). Charakterisiert durch Körperkerntemperatur ≥40°C, heiße, trockene Haut und Anomalien des ZNS, u.a. Delirium, Krämpfe oder Koma. Potentiell lebensbedrohender Zustand, der mit systemischer Entzündung einhergeht und potentiell zu Multiorganversagen und zum Tode führen kann. Wichtigste Behandlungsmaßnahme (NAFES Guidelines 2014) ist die Absenkung der Körpertemperatur auf ≤39°C innerhalb von 30 Minuten (noch vor dem Transport!).

Hyperthermie

Hyperthermie (z.B. Hitzschlag) beschreibt einen Anstieg der Körpertemperatur über den thermostatischen Sollwert von 36,5-37,5°C. Auslöser können sein: Hohe Umgebungstemperaturen, übermäßige metabolische Wärmeproduktion (z.B. durch körperliche Überanstrengung, Überproduktion der Schilddrüsenhormone, medikamentöse Auslöser) oder verminderte Transpiration (z.B. bei verminderter Tätigkeit der Schweißdrüsen oder in feuchtheißer Umgebung).

Ischämie

Darunter versteht man eine Minderdurchblutung oder einen vollständigen Durchblutungsausfall eines Gewebes, wodurch die Sauerstoff- und Glukoseversorgung für den zellulären Stoffwechsel behindert oder unterbunden ist. Die Akutmaßnahmen zielen darauf ab, die Blutzirkulation so rasch als möglich wiederherzustellen.

Lokale (fokale) Ischämie

Akute Gefäßverschlüsse führen zu ungenügender/fehlender Blutversorgung, z.B. bei einem akuten ischämischen Schlaganfall.

Globale (Ganzkörper-)Ischämie

Der gesamte Blutkreislauf kommt zum Erliegen, z.B. nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Kältezittern / Medikamente zur Vermeidung von Kältezittern

Prozess der Thermoregulation um Wärmeverluste durch zusätzliche Muskelaktivität (Muskelzittern) auszugleichen. Setzt ein bei Unterschreiten einer Körperkerntemperatur von etwa 35,5°C. Nachteilige physiologische Auswirkungen sind ein starker Anstieg des Nährstoff- und Sauerstoffverbrauches. Kältezittern wirkt der Anwendung physikalischer Kühlmethoden zur Behandlung hyperthermer Patienten oder zur therapeutischen Hypothermie entgegen und muss daher durch verschiedene Kombinationen muskelrelaxierender Medikamente unterbunden werden.

Kryotherapie

Anwendung von Kälte um Schmerzen und Schwellungen nach Gewebeverletzungen in Weichteilen sowie nach orthopädischen Operationen (z.B. Arthroskopie, Meniskektomie, Bandrekonstruktion) zu lindern und den Bewegungsumfang von Gelenken zu verbessern.

Myokardinfarkt, Akuter (AMI)

Hauptursache ist ein thrombotischer Verschluss eines Koronargefäßes. Führt zum Absterben von Herzmuskelzellen im nicht ausreichend versorgten Gewebe (Infarktareal). Behandlungsziel beim akuten Myokardinfarkt ist es, die Durchblutung (Reperfusion) möglichst schnell wiederherzustellen. Während und nach Reperfusion wird das bereits vorgeschädigte Gewebe zusätzlich u.a. durch freie Radikale geschädigt. Absenkung der Körpertemperatur auf <35°C vor Reperfusion verringert den post-ischämischen Reperfusionsschaden.

Neurointensivstation (Neuro-ITS)

Das primäre Ziel der Neurointensivpflege ist die Vermeidung einer sekundären Schädigung des Gehirns bei neurochirurgischen Patienten nach der Operation sowie bei Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma, schwerem akuten Schlaganfall, Blutungen, erhöhtem Hirndruck oder instabiler Lungen- oder Herz-Kreislauf-Funktion. Patienten auf Neuro-ITS werden kontinuierlich überwacht.

Neurologische Patienten in kritischem Zustand

Neurologische Patienten mit dem unmittelbaren Risiko bleibende und schwere neurologische Schäden zu erleiden oder zu versterben. Dies sind vor allem Patienten mit akuten ischämischen oder hämorrhagischen Schlaganfällen, schweren Schädel-Hirn-Traumata, verschiedenen Infektionen, metabolischer Enzephalopathie oder Hirntumoren.

Normothermie- / Fieberbehandlung (NT)

Absenkung erhöhter Körpertemperaturen und Aufrechterhalten normothermer Körpertemperaturen (36,5-37,5°C). Eine Normothermiebehandlung ist bei Patienten mit hoher Fieberamplitude, septischem Schock oder gravierender hämodynamischer Instabilität sowie bei fiebernden Patienten mit neurologischen Schäden angezeigt. Fieber tritt bei 20-50% aller neurologischen Patienten in kritischem Zustand auf. Bereits kleine Temperaturerhöhungen korrelieren mit erhöhter Mortalität und Morbidität.

Fiebersenkende (antipyretische) Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Metamizol fördern die Rückkehr des erhöhten thermostatischen Sollwerts in den Normalbereich.

Externe/physikalische Kühlmethoden beschleunigen die Wärmeabgabe durch die Haut durch Konduktion (z.B. mittels Eis, Kühldecken), Konvektion (z.B. mittels Föhn) oder Verdunstung (z.B. mittels nassen Kleidern plus Föhn, Wadenwickel).

Post Cardiac Arrest Syndrom

Das Krankheitsbild umfasst die Gesamtheit der klinischen und biologischen Erscheinungsbilder einer längeren Ganzkörperischämie mit nachfolgender Reperfusion. Insbesondere im Frühstadium auftretende, schwere Herz-Kreislauf-Störungen können zu Multi-Organversagen und zum Tod führen. Zusätzlich können die weiterbestehende Ursache für den Herzstillstand sowie Begleiterkrankungen den Zustand des Patienten verschlimmern.

Reperfusionsschaden

Gewebeschäden, die nach Wiederherstellen der Durchblutung in ischämischem Gewebe auftreten, werden als Reperfusionsschaden bezeichnet. Die Wiederdurchblutung führt zur Bildung freier Sauerstoffradikale, die das vorgeschädigte Gewebe zusätzlich schädigen und Entzündungsprozesse verursachen. Kühlen vor der Reperfusion kann Reperfusionsschäden reduzieren.

Return Of Spontaneous Circulation (ROSC)

Das Akronym ROSC bezeichnet die Rückkehr eines anhaltenden Spontankreislaufs nach Herz-Kreislauf-Stillstand. Anzeichen sind: erkennbare Atmung, Husten, spontane Bewegungen, tastbarer Puls und messbarer Blutdruck.

Der sofortige Beginn kardiopulmonaler Reanimationsmaßnahmen (CPR) und der Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) erhöhen die Chancen auf ROSC.

Schädel-Hirn-Trauma (SHT)

Schädigung des Gehirns durch äußere Einwirkung (Aufschlag, Stoß etc.). Die Symptome können leicht, mittel oder schwer sein, je nachdem ob eine leichte Gehirnerschütterung oder eine lebensbedrohliche Hirnquetschung vorliegt.

Schweregrad GKS Amnesie

(Tage)

Bewusstlosigkeit (Stunden) Symptome
Leicht

= 1. Grad

13-15 <1 0-0,5 Gehirnerschütterung – Kurzzeitverlust der Hirnfunktionen ohne bleibende Schäden
Mittel

= 2. Grad

9-12 1-7 0,5-24 Gehirnprellung – Hämatome, Blutungen, Ödeme, erhöhter ICP, Gewebsquetschungen
Schwer

= 3. Grad

3-8 >7 >24 Gehirnquetschung –  Zerreißen von Gewebe, Einklemmung durch Hämatom oder Ödem, erhöhter ICP, Druck auf lebenswichtige Organe

GKS = Glasgow-Koma-Skala

Primäre Gehirnschädigung

Irreversible Schäden nach einer äußeren Gewalteinwirkung; durch Überdehnen, Zusammenpressen oder Reißen von Gewebe und Blutgefäßen (gedecktes oder offenes Schädel-Hirn-Trauma).

Sekundäre Gehirnschädigung

Minuten bis Tage nach einem Trauma andauernde Prozesse, die u.a. zum Tod von Nervenzellen und Veränderungen des zerebralen Blutflusses und des Hirndruckes führen. Das endgültige Outcome hängt weitgehend vom Ausmaß der sekundären Schädigung ab.

Schädel-Hirn-Trauma, Schweres

Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma ist durch eine initiale Glasgow-Koma-Skala (GKS) ≤8, eine posttraumatische Bewusstseinseinschränkung über mehr als 24 Stunden und/oder teilweise eingeschränkten Hirnstammfunktionen (u.a. Atemstillstand, Schluckbeschwerden) gekennzeichnet.

Schlaganfall (Hirnschlag, zerebrovaskuläre Erkrankung)

Regionale Durchblutungsstörung des Gehirns mit neurologischen Ausfällen. Eine länger bestehende Durchblutungsstörung führt zum Infarkt, den Tod von Hirnzellen im betroffenen Areal. Die mangelhaft durchblutete Zone um das Infarktgebiet, die Penumbra, ist durch rasche Reperfusion zu retten (z.B. mittels Thrombolyse). Durch Kühlung kann die Penumbra geschützt und dadurch das neurologische Outcome verbessert werden.

Schlaganfall, Ischämisch

Ischämische Schlaganfälle (80-90% aller Schlaganfälle) werden durch den vollständigen Verschluss eines Hirngefäßes verursacht. Mit thrombusauflösenden (thrombolytischen) Medikamenten (Zeitfenster 3 bis 4,5 Stunden) oder mechanischer Entfernung des Thrombus (Thrombektomie) kann die Blutversorgung wiederhergestellt und das an den Infarkt angrenzte, mangelhaft durchblutete Gewebe gerettet werden.

Schlaganfall, Hämorrhagisch

10-20% aller Schlaganfälle (40% aller Todesfälle), entsteht durch das Platzen eines Aneurymas oder eines Hirngefäßes. Durch Einblutungen kommt es zu steigendem Hirndruck, Ödembildung, Durchblutungsstörungen und Zerstörung von Nervengewebe. Je nach Entstehungsort unterscheidet man intrazerebrale und subarachnoidale Blutungen. Die Behandlung erfolgt durch chirurgische Entfernung oder endovaskulares „Verstopfen“ des geplatzten Gefäßes.

Sedierung

Bezeichnet die Dämpfung des zentralen Nervensystems mittels Sedativa (Beruhigungsmittel) oder Tranquilizer (zusätzlich angstlösend, z.B. Benzodiazepine). Die Grenzen zwischen Sedierung und Anästhesie (Narkose) sind fließend.

Analgosedierung

Gleichzeitige Verabreichung von Beruhigungs- und Schmerzmitteln

Betäubende Schmerzbehandlung: Opioiden wie z.B. Morphin, Fentanyl, Meperidine

Sedierung: Benzodiazepine (z.B. Midazolam), Rezeptorantagonisten (z.B. Buspiron, Propofol)

Muskelrelaxantien

Narkotisch wirkende Substanzen, die während Operationen und während der therapeutischen Hypothermie zum Einsatz kommen. Die Wirkung reicht von einer zeitweisen Entspannung einzelner Muskeln bis hin zur vollständigen Lähmung (Paralyse) der gesamten Muskulatur (einschließlich der Atemmuskulatur). Vollständig paralysierte Patienten müssen intubiert und mechanisch beatmet werden.

Muskelrelaxantien (paralysierende Agentien) sind u.a. Pancuronium, Atacurium, Vecuronium.

Sepsis

Der Term Sepsis umfasst ein Spektrum von Krankheiten mit zunehmendem Schweregrad und kann sich rasch zum septischen Schock weiterentwickeln.

Sepsis

Eindringen von Krankheitserregern in die Blutbahn mit nachfolgender systemischer Entzündungsreaktion (SIRS = Systemisches Inflammatorisches Response Syndrom).

Schwere Sepsis

Sepsis in Verbindung mit akuter Schädigung mindestens eines Organs (z.B. Gehirn, Nieren, Leber, Darm).

Septischer Schock

Schwere Sepsis in Verbindung mit lebensbedrohlichem Blutdruckabfall und Durchblutungsstörungen. Führt zum Zelltod in Geweben und Organen bis hin zu Multiorganversagen.

Targeted Temperature Management (TTM) / Temperaturkontrolle

TTM (Zieltemperaturmanagement) ist jede aktive Kühltherapie zur Erreichung und Aufrechterhaltung einer bestimmten Zieltemperatur über einen definierten Zeitraum (ILCOR Advisory Statement 2015).

Therapeutische Hypothermie (TH)

Darunter versteht man eine aktive Kühltherapie zur Absenkung der normalen Körpertemperatur auf eine Zieltemperatur im Bereich zwischen 32°C und 36°C (beinhaltet auch den klassischen Temperaturbereich von 32-34°C). Therapieziel ist die Reduktion/Vermeidung von Reperfusionsschäden nach lokalen oder globalen ischämischen Ereignissen bei verschiedenen Krankheitsbildern.

Anmerkung: Die aktuellen Reanimationsleitlinien (ERC / AHA 2015) bevorzugen die Bezeichnung Zieltemperaturmanagement / Temperaturkontrolle anstatt therapeutischer Hypothermie. In der Praxis werden aber weiterhin beide Bezeichnungen verwendet.

Normothermiebehandlung (NT)

Darunter versteht man die Absenkung erhöhter Körpertemperaturen und das Aufrechterhalten normothermer Körpertemperaturen (36,5-37,5°C). Eine Normothermiebehandlung ist bei Patienten mit hoher Fieberamplitude, septischem Schock oder gravierender hämodynamischer Instabilität sowie bei fiebernden Patienten mit neurologischen Schäden angezeigt. Fieber tritt bei 20-50% aller neurologischen Patienten in kritischem Zustand auf. Bereits kleine Temperaturerhöhungen korrelieren mit erhöhter Mortalität und Morbidität.

Weichteilverletzung

Verletzungen in Weichteilgeweben (z.B. Muskeln, Bänder, Sehnen, Fettgewebe, Faszien, Gelenkkapsel, Haut), ausgelöst durch eine Verstauchung, Zerrung, Quetschung oder eine Überbeanspruchung eines Körperteils. Die Folgen sind Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse und Funktionsverlust.

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