Sitzen ist das neue Rauchen

Laut neuesten Studien leiden 80% unserer Bevölkerung an Rückenschmerzen. Aufgrund des modernen Lebensstils kommt es zu unphysiologischen Belastungen der Bandscheiben, muskulären Dysbalancen und Dekonditionierung. Warum ist das so?

Statistisch verbringen wir zwischen 50 und 70% des Tages in sitzender Position. Im Auto, auf dem Sofa, vor dem Computer: Wir sitzen zu häufig und zu lange und arbeiten immer mehr gegen unseren Körper, denn unsere Anatomie ist noch immer auf Bewegung ausgelegt. Distanzen von bis zu 20 Kilometer pro Tag waren für unsere Vorfahren „normal“. Die Realität sieht heutzutage ganz anders aus. Viele Menschen machen weniger als 1000 Schritte pro Tag, was einer Strecke von zirka 700 Metern entspricht. Die dadurch entstehenden konditionellen Schwächen wirken sich negativ auf die allgemeine Lebensqualität aus. Was sind die Folgen? Einfache Hausarbeit wie beispielsweise Staubsaugen wird zur Qual, beim Stufensteigen bekommt man keine Luft mehr und durch die oftmals mit schlechten Ernährungsgewohnheiten verbundene mangelnde Bewegung, kommt es zu einer deutlichen Gewichtszunahme und zu Schmerzen im Bewegungsapparat.

Denn auch deine Wirbelsäule benötigt Bewegung. Erst durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Belastung und Entlastung (Wechseldruckbelastung) werden deine Bandscheiben optimal versorgt und können den enormen Kräften, die im Alltag auf deine Wirbelsäule wirken, standhalten. Wenn du beispielsweise mit einem Rundrücken über längere Zeit sitzt, steigt die Belastung deiner Bandscheiben auf über 200%.

Jetzt wirst du dich natürlich fragen, wie man seine Wirbelsäule schützen kann? Dein Core, speziell die tiefe Bauch- und Rückenmuskulatur hat im Alltag sowie im Sport wichtige Stabilisationsaufgaben. Jede optimal ausgeführte Bewegung beginnt mit der Aktivierung deines lokalen Systems, welche bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen fehlt. Merke dir: Globale Muskeln bewegen – Das lokales System stabilisiert. Deshalb sollten Core-Stabilisationsübungen in deinem Trainingsprogramm unbedingt vorhanden sein. Hier ein praktischer Tipp: Täglich drei Durchgänge Unterarmstütz mit je 60 Sekunden Belastungszeit kontinuierlich ausführen und dabei maximale Ganzkörperspannung über die gesamte Belastungszeit aufrechterhalten.

Grundsätzlich solltest du dir dreimal pro Woche für dich und deinen Körper Zeit nehmen. Dieses Investment zahlt sich langfristig aus. Ein Mix aus moderatem Grundlagenausdauertraining, Stabilisations-und Krafttraining ist am effektivsten. Die ersten Erfolge und Veränderungen werden nach ungefähr sechs Wochen sichtbar. In weiterer Folge kann durch „high-intensity“ das Workout immer entsprechend adaptiert werden.

Regelmäßiges Training und ein gesunder Lebensstil ist jedoch nicht nur für die Ästhetik sondern auch als Ausgleich zum stressigen Joballtag wichtig, denn beim Sport schüttet dein Körper Serotonin und Dopamin aus. Diese Hormone senken unseren Stresslevel, machen glücklich und motivieren uns positiv.

Christopher Frank

Christopher Frank ist Ex-Fußballprofi und seit vielen Jahren Personal Trainer. Christopher ist vielen von euch sicher auch bekannt aus der ATV TV-Serie „Der Speck muss weg“ und durch seine Bücher zum Thema Low Carb und gesunde Ernährung.

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